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Weiße Biotechnologie – auch Industrielle Biotechnologie genannt – im Überblick

Ob im Waschmittel oder in der Hautcreme – in einer Vielzahl von industriellen Produkten steckt Biotechnologie. Der Griff in die Werkzeugkiste der Natur hilft der Industrie, ressourcenschonender und umweltfreundlicher zu arbeiten. Aus nachwachsenden Rohstoffen lassen sich mithilfe von Enzymen und Mikroorganismen wertveredelte Chemieprodukte herstellen – ein Schlüssel auf dem Weg zur biobasierten Wirtschaft.
Biotechnologie gewinnt für das tägliche Leben zunehmend an Bedeutung, auch wenn dies oft nicht unmittelbar zu erkennen ist. In vielen Haushaltsprodukten, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Chemikalien steckt Biotechnologie. Dazu zählen etliche Lebensmittel, bei deren Herstellung der Mensch schon seit Jahrhunderten auf die Kraft von lebenden Mikroorganismen setzt – wie Brot, Käse, Bier und Wein. Aber auch bei der Herstellung hochwertiger Chemikalien, Arzneimittel, Vitamine, Wasch- und Reinigungsmittel, bei der Veredelung von Textilien, Leder und Papier sowie bei der Herstellung vieler anderer Alltagsgegenstände sind Methoden der Weißen Biotechnologie zu einem festen Bestandteil der Produktionsverfahren geworden.

Die Weiße Biotechnologie – auch industrielle Biotechnologie genannt – ist ein Teil der Biotechnologie. Darunter wird die Anwendung von Naturwissenschaft und Technologie an lebenden Organismen, deren Teilen sowie Produkten von ihnen verstanden. So lautet die offizielle Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In diesem Sinn ist die Biotechnologie gar nichts Neues.

Erste Anwendungen lassen sich bereits 6.000 v. Chr. finden, als die Sumerer in Mesopotamien aus gekeimter Gerste ein alkoholhaltiges bierähnliches Getränk gebraut haben. Auch bei der Herstellung von Wein, Sauerteigbrot oder Käse kamen von Anfang an lebende Mikroorganismen zum Einsatz – nur hat das damals keiner gewusst. Die moderne Biotechnologie hingegen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie die Methoden der Molekularbiologie gezielt nutzt. Die Grundlagen hierfür wurden erst mit der Genomforschung und neuen Erkenntnissen in der Mikrobiologie geschaffen. Die daraus entwickelte Gentechnik ist heute ein wichtiger Bestandteil der Biotechnologie: Der entschlüsselte molekulare Bauplan von Organismen liefert den Biotechnologen das nötige Handwerkszeug für ihre Arbeiten. Während unter gentechnischen Verfahren die Analyse und gezielte Veränderung des Erbguts von Organismen und Zellen verstanden wird, gehen biotechnologische Verfahren darüber hinaus – und verknüpfen Zell- und Molekularbiologie mit technischen Komponenten, etwa in der Bioverfahrenstechnik. In der Industriellen Biotechnologie werden demnach Organismen oder einzelne Biomoleküle als Grundlagen für die industrielle Produktion verwendet. Dies grenzt sie von der Roten Biotechnologie (medizinisch-pharmazeutische Biotechnologie) und der Grünen Biotechnologie (landwirtschaftlich-pflanzliche Biotechnologie) ab.

Quelle & Copyright
BMBF, Auszug BMBF-Broschüre: „Weiße Biotechnologie, Chancen für eine biobasierte Wirtschaft“ (Stand Juni 2015), BMBF, Referat Bioökonomie, 11055 Berlin
www.bmbf.de/pub/Weisse_Biotechnologie.pdf
Bild: BIOKATALYSE2021 Clustermagazin, Ausgabe 1, www.biokatalyse2021.de

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